Aktuelle Blutzuckerwerte und somit regelmäßige Messungen sind das A und O bei einer Diabetes Erkrankung und die Grundlage einer jeglichen Behandlung. Während heute gleich einer Stichprobe der Blutzucker durch Entnahme und Analyse eines kleinen Bluttropfens gemessen wird, kann er natürlich auch gerade zwischen diesen Messungen schwanken. So können beispielsweise der abendlich und morgendlich gemessene Wert optimal sein, aber wie waren die Werte dazwischen in der Nacht ohne Messpunkte?

Vorteilhaft für eine optimale Beobachtung und Behandlung wäre also eine regelmäßige Messung des Blutzuckerspiegels idealerweise noch mit einer automatischen Auslösung quasi eines Alarms, wenn Grenzwerte überschritten werden. Daran arbeiten heute schon zahlreiche Forscher, Startups und etablierte Unternehmen. Schauen wir einmal auf zwei mögliche Lösungen in dieser Richtung und den aktuellen Stand dazu.

Kontaktlinsen von Google und Novartis Alcon

Die erste Lösung sind Kontaktlinsen, die den Blutzuckerspiegel in der Tränenflüssigkeit über Sensoren auf der Innenseite der Linsen messen sollen. Bereits in 2014 angekündigt, schloß sich Google als ursprünglicher Entwickler mit Alcon (der Sparte für Augenheilkunde des Novartis-Konzerns), die die Technologie kommerzialisieren wollen, zusammen.

Die Kontaktlinse soll den Blutzuckergehalt über eine kleine Antenne an ein verbundenes Smartphone senden. Ursprünglich prognostizierte Novartis, dass die Kontaktlinsen in 2019 auf dem Markt sein würden, korrigierte die Aussage später aber insofern, als dass CEO Joe Jiminez erste Tests für 2016 verkündete. Mittlerweile hat Novartis allerdings verlauten lassen, dass es zu früh ist, einen Testbeginn zu kommunizieren und die Partner Google und Novartis ständig während der Weiterentwicklung dazulernen. Vielmehr sagte Verwaltungsratspräsident Jörg Reinhardt auf der Novartis-Hauptversammlung Ende Februar 2017, dass „in den nächsten drei vier Jahren nichts unglaubliches zu erwarten sein“. Eine Aufgabe des Projektes wurde nicht bekanntgegeben, aber schon mehreren sich die Stimmen, dass dieser Ansatz zu optimistisch war und „bereits seit Dekaden versucht wurde, Blutzuckermessung über Tränen oder Schweiß zu ermöglichen, diese aber alle scheiterten“.

Freestyle Libre von Abbott

Bereits auf dem Markt befindet sich die zweite Lösung, FreeStyle Libre von Abbott. Mit einem Pflaster befestigt, wird ein Sensor auf der Haut angebracht, dessen Fühler 5 mm unter die Haut gehen (ohne dass der Nutzer dieses spürt). Zum Ablesen muss das Lesegerät 1 bis 4 cm über die Haut gehalten werden, wobei darüberliegende Kleidung den Lesevorgang nicht behindert. Nach dem Auslesen sind auf dem dazugehörigen Lesegerät der aktuelle Blutzuckerwert, die Tendenz und die Entwicklung der letzten 8 Stunden, auf Basis der Werte, die der Sensor übermittelt, zu sehen.

Der Sensor ist robust und wasserdicht, funktioniert also auch beim Duschen, Schwimmen, hat mit Schweiß kein Problem und soll nach spätestens 14 Tagen ausgetauscht werden.
Lesetipp: eine Sammlung von verschiedenen Artikel und Erfahrungsberichten zum Freestyle Libre findet sich auf Diabetes-online.de

Allerdings – auch wenn dies eine kontinuierliche Messung bereits realisiert, eine automatische und kontinuierliche Datenübermittlung an das Lesegerät oder ein Smartphone findet nicht statt. Leider, denn so muss der Messvorgang nicht nur immer manuell durchgeführt werden, sondern es kann auch nicht automatisch ein Hinweis oder Alarm ausgelöst werden, wenn Grenzwerte überschritten werden.

Man darf also gespannt sein, wie es weitergeht.




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