Apple Health – automatische Problemerkennung

Wer meinen Blog schon länger liest oder mich kennt, der weiß, dass ich privat ein iPhone nutze (aktuell ein iPhone XS) und eine Apple Watch trage (aktuell eine Series 5). Ich habe zwar auch zwei Android-Handys, die ich aber in der Regel nur für Tests oder zur Erklärungen von Android-Apps verwende.

Vor kurzem sind nun mit iOS 14 und watchOS 7 zwei neue Software-Versionen von Apple veröffentlicht worden, die insbesondere auch neue, weitere Funktionen im Gesundheitsbereich enthalten. Zeit also, sich diese einmal genauer anzuschauen. Im ersten Teil dieser Serie beschreibe ich die „automatische Erkennung von Problemen“ oder wie es in der Health-App von Apple heißt, die „Gesundheits-Checkliste“.

iOS 14

Nach dem Update auf die neuen Versionen sehen Sie beim Aufruf der Apple Health App, dem Sammelpunkt aller Gesundheits-Informationen unter iOS, wahrscheinlich eine Art Widget mit dem Hinweis „Vergewissere dich, dass die Health-Funktionen auf deinem iPhone und deiner Apple Watch wunschgemäß konfiguriert sind“. Jedenfalls ging es mir so und Sie können zur Einrichtung dann auf das Widget klicken – oder Sie können auch direkt in Ihre Health-App gehen und auf die „Gesundheits-Checkliste“ unter Funktionen klicken, siehe Bild 1.

Im sich nun öffnenden Bildschirm werden die möglichen Aspekte, die die beim Benutzer vorhandenen Apple-Geräte beobachten können, differenziert nach „inaktiv“ und „aktiv“ aufgeführt, siehe Bild 2. Mit in der Regel einfachen Schiebereglern kann für jede Funktion definiert werden, ob man möchte, dass das iPhone und die Apple Watch diesen Aspekt im Hintergrund beobachten und auswerten sowie gegebenenfalls Aktionen bei Problemen einleiten.

Bei einigen Daten sind dabei Schwellwerte, unter / über denen Alarme ausgelöst werden, auszuwählen. So ist zum Beispiel in Bild 3 die Auswahl der Herzfrequenzen dargestellt, über der der Nutzer alarmiert wird.

Im folgenden gibt es einen kurzen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten.

Bild 1: Health-App Nutzerprofil
Bild 2: Funktionen Gesundheits-Checkliste
Bild 3: Schwellwertauswahl

Notfallpass

Über den Notfallpass auf dem iPhone habe ich schon öfter berichtet. Wichtig ist, dass ganz unten auf der Detailseite zum Notfallpass unter „Zugriff im Notfall“ der Punkt „Im Sperrzustand zeigen“ aktiviert ist. Erst damit können eingegebene Notfallinformationen auch vom Ersthelfern eingesehen werden, ohne dass die PIN beziehungsweise Freigabe des Handynutzers erfolgt.

Notruf SOS

Auf verschiedene Arten können in einem Notfall die Rettungsdienste alarmiert werden. Ein langer Druck auf die Seitentaste der Apple Watch, fünfmal drücken auf die Seitentaste des iPhones oder ein langer gleichzeitiger Druck auf die Seitentaste des iPhones und eine der Lautsprechertasten lösen den Anruf der Rettungsdienste und eine Alarmierung der eingegebenen Notfallkontakte im Notfallpass aus.

Niedrige Herzfrequenzzähler-Mitteilungen

Die Apple Watch misst regelmäßig die Herzfrequenz. Der Nutzer kann alarmiert werden, wenn sie 10 Minuten lang unter einen bestimmten Schwellwert fällt. Dieser kann hier in der Health App auf 40 bpm, 45 bpm oder 50 bpm eingestellt werden.

Hohe Herzfrequenzzähler-Mitteilungen

Dasselbe kann bei einer hohen Herzfrequenz eingestellt werden. Dabei löst der hier eingestellte Schwellenwert (100, 110, 120, 130, 140 oder 150 bpm) eine Benachrichtigung des Nutzers nur aus, wenn er mindestens 10 Minuten bei Inaktivität überschritten wird. Ist der Nutzer also in einem beliebigen Training und der Schwellenwert der Herzfrequenz wird überschritten, so wird der Nutzer nicht explizit gewarnt.

Mitteilungen bei unregelmäßigem Herzrhythmus

Nutzer können eine Alarmierung auch bei unregelmäßigem Herzrhythmus, der auf ein Vorhofflimmern deuten kann, einstellen. Hier gibt es keine Grenzwerteingabe, sondern nur die Einstellung „Mitteilung ja/nein“.

EKG-App

Dieser Eintrag scheint überflüssig zu sein: Es sind keine Eingaben möglich in der Health-App. Es wird lediglich der Hinweis „Öffne die EKG-App auf deiner App, um eine Messung zu machen“ angezeigt.

Geräuschmitteilungen

Die Apple Watch kann über das eingebaute Mikrofon die Umgebungsgeräusche des Nutzers messen (ohne dass die Geräusche aufgezeichnet werden). Dabei informiert sie den Nutzer, wenn ein bestimmter einzustellender Wert seine dazugehörige Dauer überschreitet: Bei 80 Dezibel sind es beispielsweise 5,5 Stunden, bei 90 Dezibel 30 Minuten oder bei 100 Dezibel 3 Minuten. Auch die Zwischenwerte 85 und 95 Dezibel können als Schwellwerte ausgewählt werden.

Händewaschen

Hier gibt es zwei Einstellungen. Zum einen kann die Apple Watch erkennen, wenn sich der Nutzer die Hände wäscht und startet automatisch einen Timer für die empfohlene Dauer von 20 Sekunden. Zum anderen kann die Apple Watch aufgrund der Lokalisierungsdaten erkennen, wenn der Nutzer nach Hause kommt und startet dann einen Timer, der den Nutzer nach einigen Minuten an das Händewaschen erinnert, wenn er dies nicht gleich nach dem Nachhausekommen gemacht hat.
Wie gut das funktioniert, darüber werde ich in einem der nächsten Blogposts berichten.

Sturzerkennung

Als erstes erscheint eine Nachricht beziehungsweise Warnung, dass Aktivitäten mit heftigen Bewegung auch fälschlicherweise als Stürze interpretiert werden können. Aktiviert man die Sturzerkennung, so wird – nach einer kurzen „Vorwarnzeit“, in der man den Vorgang abbrechen kann – der Notruf SOS ausgelöst (siehe oben).

Mein Fazit

Jetzt können „böse Zungen“ möglicherweise von einer schwer akzeptablen Überwachung durch diese Funktionen sprechen, aber letzten Endes hat es ja jeder Nutzer in der Hand, inwiefern er eine Aufzeichnung und Interpretation der angesprochenen Gesundheitsdaten zustimmen und sie einschalten möchte.

Ich bin jedenfalls erstaunt und positiv überrascht, welche Aspekte man insbesondere mit der Apple Watch bereits automatisiert überwachen lassen kann. Insbesondere für die Sturzerkennung gibt es bereits Erfolgsbeispiele, wie ich in „Sturzerkennung und Notruf durch smarte Uhr“ schrieb. Also wirklich eine sinnvolle und hilfreiche Überwachung von Gesundheits-Aspekten, die der Nutzer hier nach seinem Geschmack auswählen kann.

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