Dermanostic: per App zum Hautarzt – funktioniert das?

Motivation

Die nun schon bald ein halbes Jahr andauernde Corona-Zeit hat – quasi zwangsläufig – einen Schub in der Nutzung von einigen digitalen Lösungen im Gesundheitswesen erzeugt. Telemedizin ist dafür ein gutes Beispiel. Waren es Ende 2017 knapp 2% der Ärzte die eine Videosprechstunden anboten, sind es nach neuen Umfragen rund 50%!

Einen Prozess, der ähnlich gelagert ist und in letzter Zeit eine breitere Benutzung erfahren haben dürfte, konnte ich in den letzten Tagen ausprobieren und testen. Bei Problemen mit der Haut ist es naheliegend, dass in vielen Fällen – telemedizinisch – mit Hilfe von Fotos eine Diagnose gestellt werden kann. Immerhin handelt es sich ja hierbei um sichtbare Probleme „aussen am Körper“ und nicht um Beschwerden innerer Organe.

Ich bekam eine Einladung mir die Lösung der Dermanostic GmbH, die unter dem Slogan „Hautarzt per App“ angeboten wird, anzuschauen und auszuprobieren. Das interessierte mich und ich wollte die Vorteile einer solchen telemedizinischen Lösung überprüfen, also lud ich mir aus dem App Store die „Dermanostic App“ herunter (iOS App Store Link, Google Play Store Link).

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Ablauf

Der Ablauf, wie man zu einer Befundung kommt, ist klar strukturiert und gleich zu Anfang, wenn man einen sogenannten neuen Fall startet, mit den drei dafür notwendigen Schritten einfach erklärt, siehe Bild 1: Erst geht es um das „medizinische Anliegen“, dann um die „persönlichen Daten“ und abschließend ist die Bezahlung abzuwickeln. Gut dabei: Man kann auch die ersten beiden Schritte bis zu Bezahlung durchführen und dann den Stand der Eingaben erst einmal speichern, bevor man zahlt. So gehen keine Informationen verloren, wenn man sich am Ende des Prozesses nicht gleich zur Bezahlung durchringen kann.

Für das „medizinische Anliegen“ beginnt man mit Fotos der zu bewertenden Hautstelle. So müssen erst ein Foto aus 30 Zentimetern Abstand und dann zwei Fotos aus 10 Zentimetern Abstand gemacht werden. Alles wird grafisch noch einmal einfach erklärt, siehe Bild 2, und auch die erstellten Fotografien können vom Benutzer betrachtet und gegebenenfalls noch einmal wiederholt werden, siehe Bild 3.

Bild 1: Ablauf zur Befundung
Bild 2: Erklärung Foto-Upload
Bild 3: Beispiel Foto-Upload
Anschließend werden verschiedene Angaben zur Hautveränderung abgefragt, zum Beispiel, wo sie sich befindet, ob man Schmerzen oder einen Juckreiz empfindet, ob Allergien oder Vorerkrankungen bekannt sind und vieles mehr.

Unter anderem werden auch Medikament-Einnahmen in den letzten 14 Tagen abgefragt, siehe Bild 4. Hier finde ich allerdings, dass die Frage und die Antwortmöglichkeit unglücklich gestaltet sind. Zum einen wird nicht gesagt, ob beziehungsweise wie die Menge zu verstehen ist. Muss ich nur angeben, welche Medikamente ich eingenommen habe, die Summe über die letzten zwei Wochen oder den täglichen Wert?

Ausserdem ist das einzeilige Textfeld, welches sich nach rechts verlängert, für längere Eingaben nicht sehr übersichtlich. Manchmal scheint es auch zu springen, wenn man am rechten Rand noch was eingibt, aber das täuscht, es treten zumindest keine Fehler bei der Eingabe auf. Wenn man aber wie ich zahlreiche Medikamente einnimmt und diese eingeben soll, dann ist so ein so gestaltetes Freitextformular zwar gut, aber es geht schlichtweg der Überblick verloren, siehe Bild 4. So konnte ich zwar meine ganzen, zahlreichen Medikamente eingeben, aber übersichtlich prüfen, ob alles (richtig) eingegeben war, ist mit dieser Darstellung nicht beziehungsweise kaum möglich. Dabei wäre genügend Platz auf dem Bildschirm, um die Eingabe mit einem Feld über mehrere Zeilen untereinander zu realisieren.

Ansonsten sind die Eingaben selbsterklärend und der abschließende Bezahlvorgang ist einfach und übersichtlich gehalten. Es ist unter anderem eine Bezahlung mit einer Kreditkarte oder PayPal möglich.

Bild 4: Medikamenten-Eingabe
Bild 5: Statusübersicht
Bild 6: „Fall“-Einsicht

Der weitere Ablauf

Sind die Informationen alle eingegeben und die Bezahlung durchgeführt, so verspricht das Unternehmen, die Dermanostic GmbH in Düsseldorf, dass der Nutzer das Ergebnis beziehungsweise die Diagnose innerhalb von 24 Stunden von einem der Hautärzte aus dem aktuellen Vierer-Team bekommt. Dann beginnt also das Warten.

Bei mir dauerte es allerdings sogar nur rund eine Stunde, bis ich bereits das Ergebnis per Mail einerseits und abrufbar in der App andererseits bekam, fantastisch! Neben der fachlichen Diagnose bekam ich eine sehr gut für Laien verständliche Beschreibung der Diagnose sowie zwei gut erklärte Therapievorschläge, siehe Bilder 7 und 8.

Sehr gut: Als drittes gibt es eine explizite Einschätzung, ob der Besuch eines Hautarztes vor Ort notwendig ist, siehe Bild 9.

Bild 4: Medikamenten-Eingabe
Bild 4: Medikamenten-Eingabe
Bild 4: Medikamenten-Eingabe
Parallel zur Mail mit der Diagnose und Therapie bekam ich noch eine Mail, in der das Medikament oder Hilfsmittel, das als Therapie auftauchte, von den Ärzten von Dermanostic angefordert werden kann. Hier kann man angeben, ob das Rezept per Post nach Hause oder direkt an eine Hausapotheke gesendet werden soll.

Gerade einmal einen Tag später kam das ausgestellte Rezept per Post bei mir an. Auch hier also eine sehr vorbildliche, schnelle Abwicklung.

Spannend: Wenn man sich die handelnden Personen einmal näher anschaut, dann stellt man – in meinem Fall – fest, dass die befundende Ärztin in der Nähe von Gent in Belgien eine Praxis hat und das Rezept von der Gründerin, die ebenfalls Medizinerin ist, aus Solingen kommt. Eine grenzüberschreitende europäische Zusammenarbeit.

Mein Fazit:

Ich finde das Angebot und die Umsetzung wirklich gut und werde es in Zukunft nutzen, wenn ich den entsprechenden Bedarf habe.

Am besten gefallen hat mir das schnelle Ergebnis bei einer Anfrage beziehungsweise einem Problem. Gerade wenn man eine Hautstelle entdeckt hat, die einem Sorgen macht, möchte man ja schnell eine erste Einschätzung haben. Ob es nun 24 Stunden dauert (wie versprochen) oder sogar noch schneller geht, wie es in meinem Test der Fall war – in beiden Fällen bekommt man deutlich früher eine Diagnose oder Einschätzung, als wenn man erst einen Hautarzttermin vereinbaren (und dafür die Praxis erst einmal überhaupt telefonisch erreichen muss) und dann darauf warten muss.

Klar ist für mich auch, dass nicht alle Probleme über diesen Weg gelöst werden können, aber das ist eine Frage der Erwartungshaltung. Für 25 Euro (beziehungsweise 20 Euro mit dem unten angegebenen Ermäßigungscode) hat man schnell und günstig eine Antwort und muss sich nicht unnötig sorgen und Gedanken machen.

Der Prozess ist übersichtlich, gut erklärt und gut strukturiert. Einzig die eine („unendlich lange“) Eingabezeile ist verbesserungsbedürftig, dürfte aber kein unlösbares Problem darstellen.

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Hinweis

Das Unternehmen Dermanostic GmbH hat mir freundlicherweise einen kostenlosen Test ermöglicht. Mein Bericht und die Bewertung sind aber davon unabhängig und unbeeinflußt erstellt worden.

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