Nach Dezember 2016 habe ich auch im Februar 2017 für „Transplantation Aktuell“, die Mitgliederzeitschrift des BDO, Bundesverbandes der Organtransplantierten e.V., einen Artikel geschrieben. Damals ging es um den Vergleich der Messwert-Dokumentation nach der Transplantation (am Beispiel Gewicht) früher und heute.
Der aktuelle Artikel enthält eine kurze Einführung in die Nutzung von Apps für die Medikamenten-Einnahme. Im folgenden finden Sie den Artikel noch einmal abgedruckt.

2017-01 transplantation aktuell
2017-01 transplantation aktuell

Ein gutes Gefühl – Sicherheit bei der Einnahme von Medikamenten

Kennen Sie das Gefühl, wenn es Ihnen mit Ihren Medikamenten geht, wie mit Ihrer Eingangstür oder dem Herd, wenn Sie das Haus verlassen haben: „Habe ich die Tür abgeschlossen?“, „Habe ich den Herd wirklich ausgemacht?“ oder in diesem Fall „Hatte ich die Tabletten jetzt genommen oder nicht?“.

Da ich seit vielen Jahren immer mehr oder weniger dieselben Medikamente nehmen muss, ist mir diese Einnahme so in Fleisch und Blut übergegangen, dass ich mich irgendwann anfing, das immer öfter zu fragen. Oder ich erinnerte mich an die Einnahme der Tabletten, wusste aber nicht mehr, ob das gestern oder heute war – und vor allem welche.

Lange Zeit habe ich mir dafür den Wecker auf meinem Handy gestellt, insbesondere um am späten Abend keine Tablette zu vergessen. Aber bei zwei, drei Weckzeiten ohne konkrete Angabe der Medikamente und manchmal der Ansatz „die Tabletten nehme ich nachher mit den anderen zusammen“ ließen die Unsicherheit wachsen. Also musste eine andere Lösung her, damit ich wieder den Überblick und ein gutes Gefühl bekam.

Ich verschaffte mir einen Überblick über die zahlreichen existierenden Apps zur Medikamenteneinnahme und probierte zahlreiche Exemplare aus, bevor ich mich dann für zwei Apps entschied, die ich nutze und empfehlen kann: Medisafe und MyTherapy. Beide Apps werden auf meiner Webseite (www.meine-Gesundheitshelfer.online) für Interessierte mit Tipps, die stetig ergänzt werden, vorgestellt. In diesem Artikel gebe ich einen kurzen Überblick am Beispiel von MyTherapy.

Medikamente definieren

Die Nutzung der App startet man mit der Definition der einzunehmenden Medikamente. Dieses kann per Texteingabe manuell geschehen oder – eine wirkliche Erleichterung – in dem man den Barcode auf der Medikamentenschachtel mit dem Handy scannt oder fotografiert. Das Medikament wird dann gegen eine Datenbank geprüft und man gibt Einnahmemenge und die entsprechende Uhrzeit ein. Auch Hinweise wie „zum Essen nehmen“ können hinterlegt werden. So entsteht ein übersichtlicher und vollständiger Medikamentenplan in der App.

Einnahme bestätigen

Zu jeder Einnahmezeit bekomme ich dann auf dem Handy den Hinweis, welches Medikament mit welcher Dosierung zur Einnahme ansteht. Auf dem Foto sieht man beispielsweise die Einnahme von zwei verschiedenen Dosierungen von Sandimmun Optoral, die ich um 19:30 Uhr nehmen muss. Die Einnahme bestätige ich auf dem Handy und in der App wird zusätzlich auch der Zeitpunkt der Bestätigung beziehungsweise der Einnahme gespeichert. So kann ich jederzeit nachschauen, ob ich alle meine Medikamente eingenommen habe (und sogar wann).

Ein weiterer hilfreicher Aspekt: Je mehr Medikamente man einnimmt, umso schwieriger ist die Ursache von Nebenwirkungen zu identifizieren. Das gilt erst recht, wenn – zum Beispiel wegen Kopfschmerzen, Erkältung oder anderen „einfachen Beschwerden“ – unregelmäßig weitere Medikamente (zum Beispiel Paracetamol) genommen werden. Da hilft es insbesondere, dass bei MyTherapy auch solche „Sondereinnahmen“ eingegeben und gespeichert werden können. Mit der aus der App auszudruckenden Auswertung kann so eine übersichtliche Darstellung der Medikamente und Einnahmezeitpunkte zum Arzt mitgenommen und besprochen werden.

Einnahme bestätigen

Zwar stehen Medikamente im Fokus, in der App können aber auch gemessene Blutdruck- oder Pulswerte, körperliche oder sportliche Aktivitäten und sogar Symptome („ich hatte am Samstag Kopfschmerzen“) eingegeben und somit für Auswertungen herangezogen werden.

Fazit

In Summe entsteht so ein umfassendes Bild von meiner Gesundheit in Verbindung mit meinen Medikamenten und Aktivitäten, welches mir (und meinem Arzt) helfen kann, Zusammenhänge für die weitere Behandlung zu identifizieren.




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