Früherkennung von Demenz? Auch dafür gibt es eine App!

Die wohl häufigste Frage, die mir nach meinen Vorträgen bislang gestellt wurde, ist die nach Gesundheits-Apps im Zusammenhang mit Demenz oder Alzheimer-Demenz. Dabei geht es sowohl um die Vorbeugung als auch um Tests, inwieweit man sich Gedanken um eine eigene Erkrankung machen muss.

Durch eine Pressenotiz wurde ich Anfang August auf den „DST – Demenz Screening Test, Alzheimer Test“ aufmerksam, der als App für iOS und Android angeboten wird. Nach einem kurzen Chat mit dem Anbieter, Dr. Sebastian Horn, bekam ich die Möglichkeit mir die App einmal genauer anzusehen.

„DST Demenz Screening Test, Alzheimer Test“ – die App

Die für 5,49 € in den App Stores erhältliche App lädt sich schnell auf das Handy. Der erste Eindruck ist sehr positiv: Die Hauptseite, auf der quasi das Hauptmenü der App mit sieben verschiedenfarbigen, großen Buttons dargestellt ist, ist sehr übersichtlich und aufgeräumt, siehe Bild 1.

Das ist für die Zielgruppe des Tests, sicher vorwiegend ältere Nutzer, notwendig, ist mir bislang bei meinen ganzen App-Tests aber selten so aufgeräumt begegnet.

Die Farben ebenso wie eine große, leicht erkennbare Schrift setzen sich konsistenterweise in den einzelnen Menüpunkten fort.

Dabei wird auch vorbildlich erklärt, wie der Nutzer bestimmte Einstellungen vornehmen kann (ja = grün) und welche empfehlenswert sind, siehe Bild 2.

Demenz App Hauptmenü
Bild 1: Hauptbildschirm
Demenz App Einstellungen
Bild 2: Einstellungen
Die App beziehungsweise der Test ist ein Medizinprodukt mit dem Ziel der „(Früh-) Erkennung einer beginnenden Demenz“. D.h. sie erfüllt alle entsprechenden gesetzlichen Vorgaben in der EU für Medizinprodukte (bezüglich Entwicklung, Test, Anwendung, Sicherheit) und darf damit ein CE-Kennzeichen führen (Medizinprodukt Klasse I).

Der Demenz Test

Es gibt zwar einen eigenen Menüpunkt „Anleitung“, aber der Test ist nach meinem Verständnis selbsterklärend und kann leicht auch ohne Studium der Anleitung durchgeführt werden.
Die Anleitung enthält allerdings auch ein paar hilfreiche Tipps für Helfer, die natürlich nicht den Testpersonen helfen sollen („nicht Gehirn sein“), sondern nur „Augen & Hand sein sollen“.

Folgende Aufgaben sind im Test – ohne in diesem Artikel zu sehr in die Details zu gehen – enthalten:

  • Uhrzeiten-Erkennung
  • Gedächtnistests (Merktest)
  • Eingabe einer bestimmten Anzahl an Wörtern einer Gattung oder Kategorie (zum Beispiel Pflanzen), siehe Bild 3 für das Schema
  • Aufmerksamkeitstest (eine Reihenfolge in rückwärtiger Reihe aufzuzählen)
  • Orientierungstest zur Gegenwart
Demenz Test Beispiel
Bild 3: Testbeispiel
Demenz App Testergebnis
Bild 4: Testergebnis
Die Aufgaben sind klar formuliert und die Eingabemöglichkeiten leicht verständlich. Auf dem Zifferblatt einer Uhr ist zum Beispiel anzugeben, welche Ziffer an welcher Stelle angezeigt wird. Man tippt dann auf das Zifferblatt und in meinem Fall sah das Ergebnis manchmal ein wenig verrutscht aus, sodass ich dachte, meine Eingabe würde als „falsch“ interpretiert. Aber das war nicht der Fall, die Interpretation der Eingaben ist erfreulich robust.

Ein bißchen mühselig ist es, wenn 15 Begriffe einzugeben sind und man sich bei einem verschrieben hat. Dann müssen alle 15 Begriffe neu eingegeben werden. In der Benutzerführung ist das aber wahrscheinlich sogar der einfachere Weg.

Wenig überraschend konnte ich den Test fast fehlerfrei beenden. Das Testergebnis ist sehr übersichtlich mit den Detailergebnissen der einzelnen Bereiche mit schnell zu interpretierender farblicher Kennung dargestellt, siehe Bild 4.

Kleiner Wermutstropfen: Durch eine unterschiedliche Schreibweise, nämlich hatte ich einen zu merkenden Begriff mit „ss“ statt mit „ß“ geschrieben, wurde mir ein Fehler beim Gedächtnistest angerechnet. Tatsächlich gibt mir der Duden mit meiner Schreibweise sogar recht – insofern könnten beim Test idealerweise Begriffe verwendet werden, die es in nur eindeutiger Schreibweise gibt.
UPDATE 24.10.2020: Herr Dr. Horn informierte mich, dass die Rechtschreibtoleranz erhöht ist und solche Probleme auch durch Aussortierung der entsprechenden Begriffe nicht mehr passieren!.

Datenschutz

Was mir besonders gut gefällt: Gerade bei einem solchen sensiblen Thema wie Demenz oder Gesundheit insgesamt, ist eine sparsame Dateneingabe und -verwendung, wie sie die App DST hat, wünschenswert. So gibt es an keiner Stelle eine Notwendigkeit, persönliche Daten einzugeben, und es gibt auch keine Server-seitige Speicherung von Testdaten des Nutzers.

Grundsätzlich bin ich ja sowieso ein Gegner der schwer verständlichen, aber notwendigen formellen Texte wie beispielsweise der AGBs oder des Datenschutzes. Nach meiner Meinung sollten App-Anbieter neben diesen formell notwendigen Erklärungen idealerweise auch eine einfache, für den Nutzer verständliche Beschreibung, zum Beispiel was mit welchen seiner Daten gemacht wird, in ihren Apps anbieten.

Das macht die App „DST – Demenz Screening Test, Alzheimer Test“ ebenfalls vorbildlich: Bereits direkt nach dem Start wird mit großer, gut lesbarer Schrift leicht verständlich erklärt, welche Daten bzw. dass keine Daten des Nutzer in irgendeiner Form gespeichert werden. Also große Sicherheit der Testergebnisse, was sicher bei diesem Krankheitsbild und Nutzern, die befürchten davon betroffen zu sein, wichtig ist.

Nächste Schritte – Verhaltensempfehlungen

Im Menüpunkt „Nächste Schritte“ gibt es dann fünf Tipps, die aber nicht individualisiert auf das eigene Testergebnis, sondern allgemeingültig (also für jeden Nutzer gleich) aufgezählt werden. Positiv finde ich dabei, dass neben der guten Lesbarkeit, die einzelnen Themen auch nur kurz und knackig behandelt werden. So macht das Lesen Spaß.

Folgende Aspekte werden aufgegriffen:

  • Grunderkrankung behandeln
  • Herausforderungen suchen (oder „Superager“ werden)
  • Viel Bewegung (zum Beispiel 10.000 Schritte gehen)
  • Gesunde Ernährung (zum Beispiel mediterrane Ernährung und viel Trinken)
  • Soziale Kontakte (pflegen)

Neu für mich: Wichtig ist es, das Gehirn wirklich zu fordern – die oft empfohlenen Kreuzworträtsel und Sudoku fragen nur bekanntes Wissen ab und reichen deshalb nicht aus!

Unter dem Menüpunkt „Nachrichten“ gibt es übrigens verschiedene Artikel, die aber an manchen Stellen für einen Laien dann schon wieder etwas schwer zu verstehen sind.

Mein Fazit zur App „DST – Demenz Screening Test“

Die App gefällt mir sehr gut. Sie verbindet eine sehr gute Benutzerführung mit der Konzentration auf das Wesentliche – nämlich den Test zur Demenz Früherkennung mit wichtigen Randthemen.

Einzig die Zielsetzung „(Früh-) Erkennung einer (beginnenden) Demenz“ erscheint mir als Laien ein wenig ehrgeizig. Ich kenne mich nicht im Detail mit der Erkrankung aus, aber die Schwierigkeit der Fragen würde für mich eher auf das Abklären einer bereits eingesetzten frühen Demenz deuten. Aber da die App als Medizinprodukt dafür zugelassen ist, täuscht mich mein Eindruck wohl.

In Summe habe ich mit der App „DST – Demenz Screening Test, Alzheimer Test“ nicht nur eine Antwort auf mögliche Fragen nach meinen Vorträgen, sondern werde sie auch in Zukunft proaktiv empfehlen.

Jetzt bei Google Play

Früherkennung von Demenz? Auch dafür gibt es eine App!

Die wohl häufigste Frage, die mir nach meinen Vorträgen bislang gestellt wurde, ist die nach Gesundheits-Apps im Zusammenhang mit Demenz oder Alzheimer-Demenz. Dabei geht es sowohl um die Vorbeugung als auch um Tests, inwieweit man sich Gedanken um eine eigene Erkrankung machen muss.

Durch eine Pressenotiz wurde ich Anfang August auf den „DST – Demenz Screening Test, Alzheimer Test“ aufmerksam, der als App für iOS und Android angeboten wird. Nach einem kurzen Chat mit dem Anbieter, Dr. Sebastian Horn, bekam ich die Möglichkeit mir die App einmal genauer anzusehen.

„DST Demenz Screening Test, Alzheimer Test“ – die App

Die für 5,49 € in den App Stores erhältliche App lädt sich schnell auf das Handy. Der erste Eindruck ist sehr positiv: Die Hauptseite, auf der quasi das Hauptmenü der App mit sieben verschiedenfarbigen, großen Buttons dargestellt ist, ist sehr übersichtlich und aufgeräumt, siehe Bild 1.
Demenz App Hauptmenü
Bild 1: Hauptbildschirm
Das ist für die Zielgruppe des Tests, sicher vorwiegend ältere Nutzer, notwendig, ist mir bislang bei meinen ganzen App-Tests aber selten so aufgeräumt begegnet.

Die Farben ebenso wie eine große, leicht erkennbare Schrift setzen sich konsistenterweise in den einzelnen Menüpunkten fort.

Dabei wird auch vorbildlich erklärt, wie der Nutzer bestimmte Einstellungen vornehmen kann (ja = grün) und welche empfehlenswert sind, siehe Bild 2.

Demenz App Einstellungen
Bild 2: Einstellungen
Die App beziehungsweise der Test ist ein Medizinprodukt mit dem Ziel der „(Früh-) Erkennung einer beginnenden Demenz“. D.h. sie erfüllt alle entsprechenden gesetzlichen Vorgaben in der EU für Medizinprodukte (bezüglich Entwicklung, Test, Anwendung, Sicherheit) und darf damit ein CE-Kennzeichen führen (Medizinprodukt Klasse I).

Der Demenz Test

Es gibt zwar einen eigenen Menüpunkt „Anleitung“, aber der Test ist nach meinem Verständnis selbsterklärend und kann leicht auch ohne Studium der Anleitung durchgeführt werden.

Die Anleitung enthält allerdings auch ein paar hilfreiche Tipps für Helfer, die natürlich nicht den Testpersonen helfen sollen („nicht Gehirn sein“), sondern nur „Augen & Hand sein sollen“.

Folgende Aufgaben sind im Test – ohne in diesem Artikel zu sehr in die Details zu gehen – enthalten:

  • Uhrzeiten-Erkennung
  • Gedächtnistests (Merktest)
  • Eingabe einer bestimmten Anzahl an Wörtern einer Gattung oder Kategorie (zum Beispiel Pflanzen), siehe Bild 3 für das Schema
  • Aufmerksamkeitstest (eine Reihenfolge in rückwärtiger Reihe aufzuzählen)
  • Orientierungstest zur Gegenwart
Demenz Test Beispiel
Bild 3: Testbeispiel
Die Aufgaben sind klar formuliert und die Eingabemöglichkeiten leicht verständlich. Auf dem Zifferblatt einer Uhr ist zum Beispiel anzugeben, welche Ziffer an welcher Stelle angezeigt wird. Man tippt dann auf das Zifferblatt und in meinem Fall sah das Ergebnis manchmal ein wenig verrutscht aus, sodass ich dachte, meine Eingabe würde als „falsch“ interpretiert. Aber das war nicht der Fall, die Interpretation der Eingaben ist erfreulich robust.

Ein bißchen mühselig ist es, wenn 15 Begriffe einzugeben sind und man sich bei einem verschrieben hat. Dann müssen alle 15 Begriffe neu eingegeben werden. In der Benutzerführung ist das aber wahrscheinlich sogar der einfachere Weg.

Wenig überraschend konnte ich den Test fast fehlerfrei beenden. Das Testergebnis ist sehr übersichtlich mit den Detailergebnissen der einzelnen Bereiche mit schnell zu interpretierender farblicher Kennung dargestellt, siehe Bild 4.

Demenz App Testergebnis
Bild 4: Testergebnis
Kleiner Wermutstropfen: Durch eine unterschiedliche Schreibweise, nämlich hatte ich einen zu merkenden Begriff mit „ss“ statt mit „ß“ geschrieben, wurde mir ein Fehler beim Gedächtnistest angerechnet. Tatsächlich gibt mir der Duden mit meiner Schreibweise sogar recht – insofern könnten beim Test idealerweise Begriffe verwendet werden, die es in nur eindeutiger Schreibweise gibt.

Datenschutz

Was mir besonders gut gefällt: Gerade bei einem solchen sensiblen Thema wie Demenz oder Gesundheit insgesamt, ist eine sparsame Dateneingabe und -verwendung, wie sie die App DST hat, wünschenswert. So gibt es an keiner Stelle eine Notwendigkeit, persönliche Daten einzugeben, und es gibt auch keine Server-seitige Speicherung von Testdaten des Nutzers.

Grundsätzlich bin ich ja sowieso ein Gegner der schwer verständlichen, aber notwendigen formellen Texte wie beispielsweise der AGBs oder des Datenschutzes. Nach meiner Meinung sollten App-Anbieter neben diesen formell notwendigen Erklärungen idealerweise auch eine einfache, für den Nutzer verständliche Beschreibung, zum Beispiel was mit welchen seiner Daten gemacht wird, in ihren Apps anbieten.

Das macht die App „DST – Demenz Screening Test, Alzheimer Test“ ebenfalls vorbildlich: Bereits direkt nach dem Start wird mit großer, gut lesbarer Schrift leicht verständlich erklärt, welche Daten bzw. dass keine Daten des Nutzer in irgendeiner Form gespeichert werden. Also große Sicherheit der Testergebnisse, was sicher bei diesem Krankheitsbild und Nutzern, die befürchten davon betroffen zu sein, wichtig ist.

Nächste Schritte – Verhaltensempfehlungen

Im Menüpunkt „Nächste Schritte“ gibt es dann fünf Tipps, die aber nicht individualisiert auf das eigene Testergebnis, sondern allgemeingültig (also für jeden Nutzer gleich) aufgezählt werden. Positiv finde ich dabei, dass neben der guten Lesbarkeit, die einzelnen Themen auch nur kurz und knackig behandelt werden. So macht das Lesen Spaß.

Folgende Aspekte werden aufgegriffen:

  • Grunderkrankung behandeln
  • Herausforderungen suchen (oder „Superager“ werden)
  • Viel Bewegung (zum Beispiel 10.000 Schritte gehen)
  • Gesunde Ernährung (zum Beispiel mediterrane Ernährung und viel Trinken)
  • Soziale Kontakte (pflegen)

Neu für mich: Wichtig ist es, das Gehirn wirklich zu fordern – die oft empfohlenen Kreuzworträtsel und Sudoku fragen nur bekanntes Wissen ab und reichen deshalb nicht aus!

Unter dem Menüpunkt „Nachrichten“ gibt es übrigens verschiedene Artikel, die aber an manchen Stellen für einen Laien dann schon wieder etwas schwer zu verstehen sind.

Mein Fazit zur App „DST – Demenz Screening Test“

Die App gefällt mir sehr gut. Sie verbindet eine sehr gute Benutzerführung mit der Konzentration auf das Wesentliche – nämlich den Test zur Demenz Früherkennung mit wichtigen Randthemen.

Einzig die Zielsetzung „(Früh-) Erkennung einer (beginnenden) Demenz“ erscheint mir als Laien ein wenig ehrgeizig. Ich kenne mich nicht im Detail mit der Erkrankung aus, aber die Schwierigkeit der Fragen würde für mich eher auf das Abklären einer bereits eingesetzten frühen Demenz deuten. Aber da die App als Medizinprodukt dafür zugelassen ist, täuscht mich mein Eindruck wohl.

In Summe habe ich mit der App „DST – Demenz Screening Test, Alzheimer Test“ nicht nur eine Antwort auf mögliche Fragen nach meinen Vorträgen, sondern werde sie auch in Zukunft proaktiv empfehlen.

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