Medikamentenbestellung bei Online-Apotheken – null problemo?

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Grundsätzlich bin ich ja ein Fan der Digitalisierung und den dazugehörigen Errungenschaften wie Gesundheit-Apps oder smarten Geräten. Trotzdem muss, damit ich mich für etwas begeistern kann, ein sinnvolles Ergebnis oder eine hilfreiche Unterstützung mit dem Tool einhergehen und die Digitalisierung nicht nur um der Digitalisierung willen angeboten oder benutzt werden.

Medikamenten-Bestellung

In der Regel bestelle ich meine Medikamente bei meiner lokalen Apotheke mit einer App. Wie das geht, habe ich zum Beispiel in „Apotheken-App – Medikamente bestellen“ beschrieben.

Neulich habe ich aber aufgrund des COVID-19-Virus einmal meine Bestellung an eine Versandapotheke gesendet, damit ich meine Medikamenten geliefert bekomme und dafür nicht extra außer Haus gehen muss.

Der Prozess an sich ist einfach. Auf der Webseite Patient-plus.de habe ich beispielsweise ein Gesundheitskonto, in dem ich alle meine zu nehmenden Medikamente eingetragen habe – und das ganz konkret sogar mit dem Namen des Herstellers, der Mengenangabe und der PZN (Pharmazentralnummer) als eindeutigem Identifizierungsmerkmal.

Der Vorteil? So brauche ich in meinem Konto, siehe Bild 1, nur auf den Button „Neue Packung“ klicken und das korrekte Medikament wird automatisch zur Bestellung in den Warenkorb gelegt. Sehr praktisch.

Bild 1: Patient.Plus Webseite – Medikamenten-Darstellung

Der restliche Ablauf ist analog jedem anderen Online-Shop mit der Eingabe der Lieferadresse (aus den in meinem Account gespeicherten Adressen) und beispielsweise der Bestätigung des Warenkorbs für die Bestellung.

Anschließend musste ich das Originalrezept an die europa apotheek, die ich in diesem Fall als Versandapotheke nutzen wollte, per Post schicken. Also habe ich am nächsten Tag (Montag Abend) das Rezept in den Briefkasten geworfen und schon zwei Tage später bekam ich eine Mail, dass mein Auftrag „bereits bearbeitet und in Kürze zum Versand vorbereitet [wird]“.

Ergänzt wurde die Ankündigung, dass ich eine Versandbestätigung mit einem Tracking-Link bekomme, sobald mein Paket das Versandzentrum der Apotheke verlässt. Dieser Link kam dann einen weiteren Tag später (Donnerstag) bei mir an und das Paket mit den bestellten Arzneimitteln erreichte mich am Freitag derselben Woche.

Wirklich ein Paket mit den bestellten Arzneimitteln?

Nun, bis ich das Paket auspackte, ging ich jedenfalls davon aus, dass alle meine bestellten Arzneimmittel versendet und bei mir angekommen waren.

Montag Abend hatte ich das Rezept bekommen und gleich weggeschickt, den darauffolgenden Freitag waren die Medikamente da – das geht mit einer Apotheke vor Ort schneller, aber insgesamt ist das, wenn ich mich auf die Laufzeit einstelle, eine für mich noch akzeptable Wartezeit.

ABER: Dieses Mal erlebte ich eine unschöne Überraschung! Denn als ich mein Paket öffnete, war von zwei bestellten Medikamenten nur eines enthalten und beim anderen hieß es auf der Rechnung „zurzeit nicht lieferbar“.

Nun kennen sicher die meisten Leser die Berichte und Klagen von chronisch kranken Menschen, dass Medikamenten in den letzten Monaten / Jahren nicht immer alle lieferbar waren und es Engpässe in der Versorgung gab und gibt. Das ist unschön, würde und muss ich aber akzeptieren.

Was mir nicht gefällt: Dieses Problem tauchte erst am Freitag bei mir auf, als ich das Paket öffnete und den Inhalt und die Rechnung sah. Dabei war dies, wenn man die Bestell- und Lieferkette ansieht, siehe oben, bei der Versandapotheke mindestens schon am Mittwoch absehbar. Denn da wurde meine Bestellung ja laut der an mich versendeten Mail bearbeitet. Und das Paket ging mit einem fehlenden Medikament am Donnerstag in den Versand.

Da sollte man doch vermuten, dass eine Versandapotheke in Zeiten der Digitalisierung so fix sein könnte, dass der Patient über solche, teils ja gravierenden Probleme, wenn ein Medikament nicht beschafft werden kann, frühzeitig informiert wird.

Hinzu kommt, dass es wahrscheinlich kein Problem gewesen wäre, mich zu fragen, ob das Medikament stattdessen von einem anderen Hersteller versendet werden kann. Das nämlich tat dann meine lokale Apotheke, als auch sie vor das Problem gestellt wurde, dass das konkrete Medikament vom definierten Hersteller auch für sie nicht lieferbar war.

Mein Fazit

Ich kehre zu meiner Hausapotheke im Nachbarort zurück und bestelle bei ihr wieder meine Medikamente mit der App vor. Da weiß ich zumindest, dass ich proaktiv informiert werde, wenn mit einer Vorbestellung etwas nicht passt und kann rechtzeitig(er) darauf reagieren. Schade, diese Chance hat die Versandapotheke nicht genutzt.

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