Wie finde ich das richtige Blutdruckmessgerät (für mich)?

In diesem Ratgeber führe ich Sie anhand von fünf Aspekten zu der Antwort, welches das für Sie ideale Blutdruckmessgerät ist beziehungsweise welche Eigenschaften es hat.

Auf www.meine-Gesundheitshelfer.online finden Sie eine Übersicht über Blutdruckmessgeräte und Ihre wesentlichen Eigenschaften und Testergebnisse für das Handgelenk und für den Oberarm. Hier können Sie sich passende Geräte heraussuchen und über Amazon bestellen.

Alternativ empfehle ich Ihnen am Ende zwei Geräte aus meiner persönlichen, täglichen Nutzung, falls Sie „eine Abkürzung“ haben und nicht selber weiter suchen können oder wollen.

(1) Wie beziehungsweise wo soll gemessen werden – Genauigkeit

Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Varianten zur Messung des Blutdrucks.
1. Der Blutdruck wird am Handgelenk gemessen, siehe Bild 1.
2. Der Blutdruck wird am Oberarm gemessen, siehe Bild 2.

Bild 1: Handgelenksmessung

Bild 2: Oberarmmessung

Dabei gilt in der Regel der am Oberarm gemessene Blutdruck ist genauer als der am Handgelenk gemessene Blutdruck. Die Geräte selber sind nach neuesten Untersuchungen zwar eigentlich gleichwertig in Bezug auf die Zuverlässigkeit der Ergebnisse.

Veränderungen der Arterien, die mit zunehmendem Alter entstehen oder auch mit Krankheiten wie Diabetes einhergehen, erfolgen aber typischerweise an weiter vom Herz entfernten Stellen wie dem Handgelenk und machen korrekte Messungen an dieser Stelle jedoch schwieriger. Deshalb gilt insbesondere für ältere Menschen, Raucher und Diabetiker die Empfehlung, den Blutdruck am Oberarm zu messen.

Auch soll sich das Blutdruckmessgerät während der Messung immer auf der Höhe vom Herzen befinden. Während man dies durch eine entsprechende Haltung des Unterarms bei der Messung mit einem Handgelenksmessgerät bewusst unterstützen muss, passiert dies beim Oberarmmessgerät automatisch. Gemäß der Deutschen Hochdruckliga ist ein Messergebnis mit Händen im Schoß (das entspricht ungefähr 30 cm zu niedrige Haltung des Messgerätes) rund 20 mmHg höher als der korrekt gemessene Blutdruck.

(2) Wo soll gemessen werden – Größe des Gerätes

Früher sagte man allgemein, dass Blutdruckmesgeräte für den Oberarm größer und unhandlicher sind. Das war vor allem darauf zurückzuführen, dass sie eine Oberarm-Manschette, ein Kabel und ein Anzeigedisplay haben.

Doch dies gilt so verallgemeinert nicht mehr. Durch die Kopplung mit einem Smartphone verzichtet beispielsweise das Withings BPM (Blood Pressure Monitor) auf ein externes Display und benötigt dann auch kein Anschlußkabel mehr. Durch die Reduktion auf die Oberarmmanschette ist das Gerät so klein, dass es auch gut auf Reisen mitgenommen werden kann.

Trotzdem bleibt ein Größenunterschied – das Blutdruckmessgerät für den Oberarm braucht fast doppelt soviel Platz wie ein handelsübliches Blutdruckmessgerät für das Handgelenk, siehe Bild 3 (links ein Blutdruckmessgerät für das Handgelenk, rechts ein Blutdruckmessgerät für den Oberarm).

Bild 3: Größenvergleich Messgeräte

(3) Wieviel darf es kosten?

Während man davon ausgehen kann, dass Geräte für das Handgelenk aufgrund einfacherer Technik grundsätzlich günstiger sind, ist die Preisdifferenz zwischen den beiden Varianten mittlerweile nicht mehr riesig.

Blutdruckmessgeräte für das Handgelenk bekommt man schon ab 15 Euro, Blutdruckmessgeräte für den Oberarm auch schon ab 20, 25 Euro.

(4) Hat das Gerät ein Qualitätssiegel?

Die Deutsche Hochdruckliga testet und prüft regelmäßig Blutdruckmessgeräte und verteilt entsprechende Siegel, siehe auch mein Artikel „Zertifizierte smarte Blutdruckmessgeräte“. Allerdings werden hier pro Kalenderjahr nur jeweils weniger als 10 Geräte aufgenommen und nur ein Teil davon hat smarte Funktionen. Man sieht leider auch nicht, wenn Geräte getestet, aber wegen Mängeln beispielsweise nicht aufgenommen werden und durchfallen.

Insofern ist ein Gerät von der Liste der von der Hochdruckliga zertifizierten Geräte qualitativ hochwertig und verlässlich. Allerdings gibt es auch gute Geräte, die eben nicht auf der Liste stehen, da die Anzahl der geprüften Geräte überschaubar ist.

(5) Und Tests von Stiftung Warentest?

Sowohl Stiftung Warentest als auch verschiedene andere Testzeitschriften oder technische Publikationen testen regelmäßig Blutdruckmessgeräte.

Damit Sie sich nicht durch Dutzende Zeitschriften arbeiten müssen, sammele und veröffentliche ich alle mir bekannten Testergebnisse übersichtlich auf der Seite „Tests von smarten Gesundheitshelfern“.

Dabei macht es durchaus Sinn, sich die Testkriterien anzuschauen. Während Technikzeitschriften oft nur technische Eigenschaften testen & bewerten, sollte ein Kriterium zur Messgenauigkeit eigentlich Bestandteil eines aussagekräftigen Gerätetests sein – auch wenn das nicht immer der Fall ist.

(6) Smart oder nicht Smart?

Um es klar zu sagen: Ich bin ein Verfechter von smarten Blutdruckmessgeräten. Darunter versteht man Geräte, die die gemessenen Blutdruckwerte speichern und insbesondere zum Auslesen bereitstellen. Erst dadruch können verschiedene grafische Darstellungen für den Blutdruck erzeugt werden. Und diese Grafiken ermöglichen es erst, beispielsweisweise eine langfristige Entwicklung schneller und zum Wohl der Gesundheit leichter zu interpretieren, vgl. meine persönliche Erfahrung im Artikel „morgens weniger“

Für das Auslesen der Werte und Erzeugung der Grafiken werden von den Anbietern meist eigene Clouds zur Verfügung gestellt, d.h. die gemessenen Blutdruckwerte werden auf Rechnern der Hersteller „irgendwo“ gespeichert. Das ist natürlich prinzipiell ein Sicherheitsrisiko. Deshalb sollte in den Nutzungs- und Datenschutzbedingungen nachgesehen werden, wo die Server des jeweiligen Herstellers stehen und was mit den Daten geschieht – in den USA beispielsweise sind die Hersteller verpflichtet Daten auf Verlangen der Behörden herauszugeben.

Andererseits ist für die Nutzung dieser Funktion typischerweise nur eine beliebige Mailadresse notwendig – Sie können sich also eine beliebige Mailadresse wie MickeyMaus@gmail.com ausdenken, anlegen und nutzen, die Sie erst einmal nicht direkt identifiziert.

Zusammenfassung

Anhand der fünf behandelten Aspekte – unten in der Tabelle sind sie nochmals kurz untereinander aufgeführt – können Sie sich auf die Suche eines entsprechend den Kriterien passenden Blutdruckmessgerätes machen.

Blutdruckmessgerät für das

Handgelenk

Blutdruckmessgerät für den

Oberarm

Blutdruckmessgerät für das

Handgelenk

Genauigkeit:

nicht für alle Menschen geeignet (Diabetiker, Raucher, ältere Menschen), korrekte Haltung für korrekte Messungen notwendig

Größe des Messgerätes:

klein bis mittel

Preis:

ab 15 Euro

Zertifizierungen, Tests:

abhängig vom konkreten Gerät

smarte Funktionen:

abhängig vom konkreten Gerät

Blutdruckmessgerät für den

Oberarm

Genauigkeit:

geeignet unabhängig von Risikofaktoren wie Rauchen, Diabetes; automatisch korrekte Haltung des Oberarms

Größe des Messgerätes:

mittel bis groß

Preis:

ab 20 Euro

Zertifizierungen, Tests:

abhängig vom konkreten Gerät

smarte Funktionen:

abhängig vom konkreten Gerät

Genauigkeit

nicht für alle Menschen geeignet (Diabetiker, Raucher, ältere Menschen), korrekte Haltung für korrekte Messungen notwendig

geeignet unabhängig von Risikofaktoren wie Rauchen, Diabetes; automatisch korrekte Haltung des Oberarms

Größe des Messgerätes

klein bis mittel

mittel bis groß

Preis

ab 15 Euro

ab 20 Euro

Zertifizierungen, Tests

abhängig vom konkreten Gerät

abhängig vom konkreten Gerät

smarte Funktionen

abhängig vom konkreten Gerät

abhängig vom konkreten Gerät

Für schnelle: Meine persönliche Empfehlung

Wenn Sie auf meinen Rat hören wollen – aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich Ihnen die folgenden beide Geräte empfehlen, die ich auch heute noch regelmäßig verwende. Beides sind Messgeräte für den Oberarm.

Das linke Blutdruckmessgerä ist mein Standardgerät, welches ich täglich mehrfach nutzen und zu dem ich einen ausführlichen Test in mehreren Teilen auf dieser Webseite veröffentlicht habe, das iHealth Clear. Das rechte Messgerät – ohne eigene Anzeige – nehme ich aufgrund der geringeren Größe mit auf Reisen und in den Urlaub. Es ist das Withings BPM. Für beide Geräte gibt es Apps und jeweils eine Herstellercloud, in der die Messwerte gespeichert und grafische Auswertungen angeboten werden.

Keiner der Hersteller hat mich indirekt oder direkt beeinflusst, die ausgewählten Geräte zu empfehlen. Auch wenn ich das Gerät von iHealth 2018 zum Test zur Verfügung gestellt bekommen habe, ist meine Empfehlung davon unabhängig und entspricht meiner persönlichen Überzeugung. Wenn Sie Fragen dazu haben, kontaktieren Sie mich auch gerne, zum Beispiel per Mail an schiemann@meine-gesundheitshelfer.online.

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