Digitale Themen im Nationalen Gesundheitsportal

Seit vier Jahren in Planung, seit Anfang September online: Das Nationale Gesundheitsportal vom Bundesgesundheitsministerium ist ab sofort unter https://gesund.bund.de/ zu erreichen. Ich habe es mir angeschaut und dabei den Fokus auf Inhalte zu Digital Health und Gesundheits-Apps gelegt. Was für Informationen, weiterführende Links und Hinweise gibt es?

Hintergrund

Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) fungiert als Herausgeber des Nationalen Gesundheitsportals mit dem Ziel verlässliche Gesundheitsinformationen bereitzustellen. So sollen sich „Bürgerinnen und Bürger schnell, zentral, verlässlich, werbefrei und gut verständlich über alle Themen rund um Gesundheit und Pflege informieren können.“ Das Portal ist Teil der Allianz für Gesundheitskompetenz, das heißt, die Informationen sollen helfen, die Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung zu erhöhen.

Die Redaktion des Portals ist extern und nicht Teil des BMG. Dazu arbeitet man mit dem Robert Koch-Institut (RKI), dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) und dem Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) zusammen.

Inhalte – Überblick

gesund.bund.de wird laufend erweitert und bietet zum Start ausgewählte Inhalte aus den folgenden Themenbereichen:

  • Krankheiten (mit Symptomen, Ursachen, Therapiemöglichkeiten und weiteren Informationen zu den 200 häufigsten Krankheitsbildern) 
  • Gesund leben (derzeit 8 Themen von „Gesund im Alter“ über „Sucht bewältigen“ bis zu „Ernährungsthemen“) 
  • Pflege (Pflegeleistungen, Pflegende Angehörige, Pflegeversicherung) 
  • Gesundheit Digital (zum Beispiel Informationen zur Videosprechstunde)  
  • Service-Themen (zum Beispiel Informationen zu Patientenrechten)

Die Themenübersicht unter https://gesund.bund.de/themen ist sehr gut und übersichtlich aufbereitet.

Gesundheit Digital

Bild 1: Digitale Themen im Nationalen Gesundheitsportal (Ausschnitt)
Drei wesentliche Themenblöcke werden zum Start des Nationalen Gesundheitsportals im Kontext Digitalisierung aufgegriffen: „Digitale Medizin“, „Elektronische Gesundheitskarte und Telematikinfrastruktur“ (siehe Bild 1) und „Telemedizin (Telemonitoring)“. Das reicht, um die wesentlichen Themen grob zu umreissen und zu erklären.

Die vorhandenen Erklärungen, zum Beispiel was eine Videosprechstunde ist und wie sie abläuft oder auch Erläuterungen, dass Telemedizin mehr ist als nur Videosprechstunden, gefallen mir gut. Sie sind leicht verständlich und anschaulich beschrieben. Ganz ordentlich funktioniert auch der Service, sich die Seiten vorlesen zu lassen.

An den vorhandenen Informationen gibt es nur wenig auszusetzen aus meiner Sicht:

  • Obwohl bei der Online-Videosprechstunde am Anfang beide Varianten aufgezählt werden, fehlt aus meiner Sicht eine Beschreibung des Prozesses von Anbietern wie der Teleclinic oder Kry. Deren Vorteil ist es ja gerade, dass man garantiert innerhalb von 15 oder 30 Minuten einen Arzt spricht und keinen Termin vereinbaren muss.
  • Schade, es gibt beispielsweise keine Tipps zu „vertrauenswürdigen Anbietern“, zum Beispiel einen Link auf Videosprechstundenanbieter
  • Interessante Farbwahl der Redakteure – ich hätte an einigen Stellen grün und rot genau umgetauscht, siehe Bild 2, „ersetzt keine Arztbesuch“ sollte aus meiner Sicht die Signalfarbe rot bekommen.
  • Auch der Prozess, dass Patienten mit einer Gesundheits-App „ihrer Wahl“ nicht nur zum Arzt, sondern direkt auf ihre Krankenkasse zugehen können, um eine Kostenerstattung zu bekommen, fehlt.
Bild 2: Farbgebung
Insgesamt aber sind die wesentlichen digitalen Begriffe im Nationalen Gesundheitsportal erklärt, unter anderem elektronische Gesundheitskarte (eGK), elektronische Patientenakte (ePA), Notfalldatensatz (NFD), elektronischer Medikationsplan (eMP), Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) oder Online-Videosprechstunde.

Mein Fazit

Ich finde, mit dem Nationalen Gesundheitsportal ist ein ordentlicher Anfang gemacht. Wichtige Informationen sind leicht verständlich und anschaulich erklärt, das Design der Seite ist ansprechend und man findet sich gut zurecht.

Für die digitalen Themen ist der Grundstock gelegt. Auch wesentliche Neuerungen der nächsten Monate beziehungsweise wenigen Jahren wie die elektronische Gesundheitsakte oder das eRezept sind enthalten. Für eine Verbesserung der Gesundheitskompetenz wäre es wahrscheinlich gut, wenn – sobald die verschiedenen Neuerungen in Kraft treten – ein paar praktische Beispiele dargestellt werden.

So ist die entstehende Liste der Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGAs) des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bereits erwähnt, aber – da sie noch nicht existiert – kein Link vorhanden. Da würde ich erwarten, dass das in der Zukunft bei den neuen Informationen aufgenommen wird.

Im Endeffekt erklärt die Seite die wesentlichen Begriffe und entlässt den Nutzer / die Nutzerin dann zur Nutzung und Umsetzung in seine eigene Umgebung. Ich bleibe jedenfalls dran und werde berichten, wie sich das in Zukunft entwickelt.

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