EllieGrid – die neuartige Pillendose aus den USA (Teil 2: tägliche Benutzung & Fazit)

Ende 2016 habe ich in ein amerikanisches Startup mit der Idee einer neuartigen Pillenbox, EllieGrid, per Crowdfunding investiert. Im März 2018 bekam ich das fertige Produkt aus den USA geliefert und habe es getestet.

Die befüllte Pillenbox EllieGrid

Bild 1: gefüllte Pillenbox EllieGrid

Einmal befüllt sieht die geöffnete EllieGrid Pillenbox wie in Bild 1 aus. Ich habe die Pillenbox dabei mit Tabletten in den – damit sie in die Pillendose passen teils zurechtgeschnittenen – Blistern gefüllt. Man sieht leicht, dass die Pillenbox – obwohl sie mit knapp 20 cm Breite und ungefähr 11,5 cn Tiefe recht klobig wirkt – mit einer solchen Befüllung schnell Platzprobleme bekommt. So kann ich beispielsweise (in Blistern bleibend) die auf dem oberen Teil der geöffneten Pillenbox liegenden Bicanorm-Tablettem eigentlich kaum sinnvoll in der Pillenbox unterbringen. Dies gilt umso mehr, wenn man bedenkt, dass ich in meiner Historie bis zu teilweise acht Tabletten dieses Medikamentes täglich nehmen musste. Und es macht wenig Sinn ein Tablettenfach mit weniger als einer Tagesration befüllen zu können.–

Deutlich leichter würde das natürlich werden, wenn man die Tabletten aus der Verpackung herausgelöst einzeln in EllieGrid einfüllen würde. Aber wie sieht das dann mit der Wirkung länger in der Box aufbewahrter Tabletten ohne Verpackung aus?

Absolut hilfreich sind natürlich Tabletten, die inklusive ihrer Verpackung, vereinzelt werden können, siehe die ersten drei Fächer in der unteren Reihe der Pillenbox. Schwierig finde ich es auch unabhängig von EllieGrid, wenn ich 10er oder 20er Blister von Medikamenten bekomme, in denen es keine Perforierung zur Vereinzelung gibt. Teilweise sind diese Medikamente so nah beieinander verpackt, dass bei eigener Vereinzelung oder Teilung mit der Schere der Verlust der Vakuumverpackung der am Schnittrand liegenden Tabletten zu befürchten ist. So kann das Befüllen wie beispielswesie in den äußeren Fachern der oberen Reihe in Bild 1 zu erahnen ist, eine „fisselige Kleinstarbeit“ werden.

Erinnerung / Alarm für die Medikamenten-Einnahme

Die Programmierung der Alarme (beziehrungsweise Erinnerungen) zu den Zeiten der Tabletten-Einnahme fand ja bereits bei der Zuordnung und Definition der Medikamente zu den einzelnen Fächern der Pillenbox, siehe Teil 1, statt. Damit ist mit dem Zustand der vollständigen Befüllung, der Ende des ersten Teils erreicht war, alles getan. Übrigens können Erinnerungen nur beginnend mit dem nächsten Tag definiert werden, für den Tag der Befüllung der Pillenbox und Eingabe der Daten ist keine Erinnerungsfunktion einzugeben.

Bild 2: Anzeige auf dem iPhone

Bild 3: Anzeige auf der Apple Watch

Bei Erreichen einer Alarmzeit zur Einnahme eines der in der Pillenbox EllieGrid enthaltenen Medikamentes erscheint einerseits eine Erinnerung auf dem Handy, Bild 2, sowie gegebenenfalls auf einer verwendeten Apple Watch, siehe Bild 3. Andererseits beginnt die Pillenbox selber zu piepen und zu blinken. Dabei blinkt jeweils pro einzunehmender Tablette ein weißes Licht über dem jeweiligen Fach. aus dem sie einzunehmen ist.

Die weißen Leuchten in der Oberfläche der Pillenbox sind auch der Grund, dass man (a) nur ganze Tabletten für eine Einnahme definieren kann und (b) nur Anzahlen zwischen einer und drei Tabletten je Fach möglich sind, da drei weiße Leuchten je Fach in der Pillenbox verbaut wurden.

Ein aktivierter Alarm endet erst mit dem Öffnen der Pillenbox. Dabei ist der Alarmton laut und eindringlich bis (zumindest bei mir) in das nächste Zimmer zu hören und, subjektiv empfunden, ein wenig nervig. Darin liegt aber auch gerade der Vorteil von EllieGrid. Während man bei einer reinen App-Lösung für die Erinnerung an die Medikamenten-Einnahme mal schnell den Alarm ausschalten und wegdrücken kann („ich stehe in 5 Minuten auf und hole dann die Einnahme nach“), ist man beim Alarmton, der nur an der Pillenbox selber zu stoppen ist, gezwungen, die Pillenbox mindestens einmal auf- und zuzuschieben. Da man dabei sowieso vor den Tabletten steht, macht eine Verschiebung der Einnahme kaum Sinn.

Mein Fazit

Bei meinem Fazit lasse ich außen vor, dass das Gerät nicht für den euopäischen und deutschen Markt erschienen ist und betrachte die damit verbundenen Risiken und Probleme (zum Beispiel kein CE-Siegel, keine App im deutschen App-Store) nicht weiter.

Rein haptisch macht das Produkt, also die Pillenbox selber, einen guten Eindruck. EllieGrid ist zwar aus Plastik und fühlt sich nicht besonders hochwertig an, ist aber stabil und der Öffnungs- und Schließmechanismus funktioniert reibungsfrei mit entsprechenden Einrastungen.

Der große Vorteil der Konstruktion von EllieGrid ist der durchdringende Alarmton, der nur durch Betätigung (Auf- und Zuschieben) der Pillenbox zu stoppen ist. Ist die Pillenbox gefüllt, dann ist eine Einnahme der notwendigen Medikamente, da man direkt „vor der Quelle“ steht, wohl fast hundertprozentig gesichert. Grandiose Idee.

Aber zum heutigen Zeitpunkt gibt es noch einige Einschränkungen für eine Benutzung auf breiter Front:

  • die Pillenbox ist für maximal sieben verschiedene Medikamente geeignet
  • nur ein bis drei Tabletten sind als Dosis zu definieren und insbesondere auch keine halben oder viertel Dosen
  • Eher überflüssig ist bei der Definition der Tabletteneinnahme die Einstellung „nach Bedarf“. Der Alarm wird für dieses Fach nie aktiviert werden und wenn ich Bedarf habe eine dieser Tabletten zu nehmen, muss ich die Pillenbox aufschiebem, sehe alle Tabletten in der Box und kann aber (ohne Zuhilfenahme der App zumindest) nicht erkennen, welche „nach Bedarf“ einzunehmen ist
  • Die Bluetooth-Verbindung zwischen Pillenbox und App bricht – zum Beispiel sobald man die App schließt – häufig ab. Dabei funktioniert die Pillendose allerdings auch autark im täglichen Gebrauch und nur wenn tatsächlich Daten einzugeben, zu ändern oder zu löschen sind, dann muss eine Verbindung aufgebaut werden beziehungsweise vorhanden sein

Zusammenfassend finde ich, dass die Idee mit der „piependen Pillenbox“, deren Alarm nur an der Box, die die Medikamente enthält, zu stoppen ist, einen großen Schritt in Richting Compliance bei der Medikamenten-Einnahme bewirken kann. Allerdings sind bei der ersten Version der EllieGrid Pillenbox noch viele kleine Verbesserungen notwendig, wenn nicht nur sehr einfache Medikationspläne durch sie unterstützt werden sollen (Stichwort maximal drei Tabletten, keine halben oder viertel Tabletten definiertbar). Das Konzept hat noch Potenzial und ich werde die Entwicklung von EllieGrid weiter beobachten.

Sollten Sie Interesse an der Pillenbox EllieGrid haben,
so schicke Sie mir gerne eine kurze Mail an schiemann@meine-gesundheitshelfer.online!

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