In der Apotheke (vorrätig?)

Mit inderapotheke.de, besser zu lesen als „In der Apotheke.de“, ist kürzlich ein polnisches Start-up Unternehmen in den deutschen Markt eingetreten, welches die Beschaffung von Medikamenten für Patienten erleichtern will.

Idee: durch eine direkte Anbindung an die Bestandssysteme zahlreicher Apotheken will inderapotheke.de abrufen, welche Medikamente in welcher Anzahl in der jeweiligen Apotheke lagern. So können Nutzer, die die Webseite aufrufen, sehen, zu welcher Apotheke sie unmittelbar nach dem Aufruf der Webseite im Umfeld gehen und sicher sein können, dass sie ihre Medikamente bekommen.

Ich habe mir den Prozess für den Nutzer angeschaut und erkläre ihn kurz in diesem Artikel. Allerdings sind in meinem weiteren regionalen Umfeld (München) noch keine teilnehmenden Apotheken zu finden. So konnte ich den „Realitäts-Check“, ob der angebotene Service wirklich wie beschrieben funktioniert, noch nicht überprüfen.

In Deutschland sind aktuell – kurz nach dem Start – zwei Apotheken in Düsseldorf angebunden. In Polen dagegen läuft das Geschäft, wie mir Bartlomiej Owczarek, der Gründer, sagte, bereits blendend: mehr als 600 Apotheken nehmen teil und die polnische Webseite kann rund 500.000 Aufrufe von Patienten im Monat in der Spitze vorweisen.

Die Suche

Bild 1: Such-Bildschirm

Der Startbildschirm ist mit zwei Eingabefelder so einfach wie ausreichend bestückt:

  • Stadt oder Bezirk, in dem eine Apotheke mit dem zu besorgenden Medikament gefunden werden soll
  • Name des Medikaments, das gesucht wird

Weiter unterhalb – nicht im Bild 1 dargestellt – sind verschiedene Artikel aus dem Blog der Webseite eingeblendet. Aktuell sind das Themen wie „Kindern stressfrei Medikamente geben“ oder die Nachricht, dass das Startup die polnische Ausgabe des Wettbewerbs Grants4Apps von Bayer gewonnen hat.

Der Test – das Suchergebnis

Zum Test habe ich nach zwei Medikamenten in Düsseldorf gesucht, Prograf 1mg und Pantoprazol 40mg von Heumann.

Beginnt man mit der Eingabe des Medikamentes so werden – bereits während man tippt – passende Vorschläge angezeigt. Dies beinhaltet neben den Medikamentnamen auch die gewünschte Dosis und gegebenenfalls den konkreten Hersteller, siehe Bild 2. In meinem Beispiel konnte ich mich also zwischen verschiedenen Arten der 40mg Packung Pantoprazol entscheiden und Heumann als Hersteller auswählen.

Das Ergebnis ist dann in Bild 3 zu sehen. Oben wird eine Umgebungskarte der Apotheke(n) dargestellt mit einer Kennzeichnung, wo sich die Apotheke befindet. Der darüber eingeblendete Kasten mit den Informationen zu der Apotheke ist erst zu sehen, wenn man auf den Ortspunkt geht – vorher ist lediglich die Landkarte mit den Ortspunkten der Apotheken in Abhängigkeit der Information, ob sie das Medikament vorrätig haben oder nicht, zu sehen.

Ferner sind darunter Informationen inklusive dem Preis für das Medikament oder der ATC-Klassifikation (Anatomisch-Therapeutisch-Chemisches Klassifikationssystem) angegeben.

Bild 2: Suchhilfe

Bild 3: Treffermaske

Gut: über den orangefarbenen Block auf der rechten Seite bei der Apotheke kann man – zum Beispiel, wenn man die Seite auf dem Smartphone aufruft – direkt die Apotheke anrufen (ohne selber nach der Rufnummer suchen zu müssen) und bitten, dass das Medikament zurückgelegt wird.

Der Begriff „Letztes“ darunter bedeutet wahrscheinlich „Letztes Update“. Dies ist von Apotheke zu Apotheke unterschiedlich. Während ich diesen Artikel gegen 23:30 Uhr schreibe, ist bei der einen Apotheke ein Update von „vor 4 Stunden“ und bei der anderen von „vor 4 Minuten“ zu sehen.

Bei der zweiten Suche allerdings hatte ich keinen Erfolg. Prograf war in keiner der teilnehmenden Apotheken vorrätig (nicht dargestellt). Analog den Informationen für Pantoprazol in Bild 3 wurden die Informationen über das Arzneimittel zwar angegeben, aber es kam die Meldung „Derzeit haben wir keine Angebote für dieses Produkt für den gewählten Standort“. Darauf wird zumindest die bislang geringe Anzahl teilnehmender Apotheken Einfluß haben – das dürfte sich mit zunehmender Anzahl ändern.

Eine Ergänzung: man merkt, dass die Seite noch im Aufbau befindlich ist. Bei der Suche nach ACC akut gibt es beispielsweise sogar die Möglichkeit, den Beipackzettel herunterzuladen, was bei den anderen Medikamenten noch fehlt.

Apotheken-Informationen

Wenn man (zum Beispiel in der Karte) auf die Apotheke tippt, so öffnet sich eine Webseite mit detaillierten Informationen zur ausgewählten Apotheke, siehe Bild 4. Zumindest soll das (später?) so sein: auch bei den beiden aktuell „teilnehmenden Apotheken in Düsseldorf“ sind zwar zumindest die Adresse und Telefonnummer gespeichert, aber weder Öffnungszeiten noch der Apotheker angegeben(beides ist zumindest vorgesehen).

Andererseits gibt es Apotheken, die bereits auf der Karte zu sehen sind, bei denen Öffnungszeiten angegeben sind, bei denen aber nicht nach Medikamenten gesucht werden kann, da sie (noch) nicht teilnehmen und ihr Bestandssystem noch nicht an inderapotheke.de angeschlossen haben.

Bild 4: Detailinformationen Apotheke

Mein Fazit

Eine interessante Idee, der ich durchaus einiges zutraue.

Zum jetzigen Zeitpunkt aber sind in Deutschland noch viel zu wenige Apotheken angeschlossen, als dass das System einen Mehrwert liefern kann. Das gilt nicht nur für meinen Standort (München), sondern auch für die Umgebung, in der das Startup startet (Düsseldorf). Der Nutzen dürfte mit zunehmender Anzahl der Apotheken aber deutlich steigen.

In Summe werde ich inderapotheke.de im Blick behalten und die Entwicklung verfolgen.



Kommentare und Fragen

1 Kommentar

  1. Lena

    Ich persönlich fahre immer zur Apotheke, wir haben eine direkt um die Ecke. Ich finde, es toll, dass du dieses Thema mal ansprichst! Zudem sollte jede Apotheke eine Informationsquelle im Internet besitzen, sodass jeder über deren Informationen Bescheid weiss!

    Antworten

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